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Die Geschichte des deutschen Seenotrettungswerkes
1802 Die Memeler Kaufmannschaft stationiert an der Ostsee ein erstes Ruderrettungsboot.
November 1854 Vor Spiekeroog strandet im schweren Herbststurm das Auswandererschiff »Johanne«. Rund 80 Menschen ertrinken in der tosenden See.
September 1860 Die Brigg »Alliance« läuft auf das gefürchtete Borkum-Riff und sinkt.
1860 Nach Schätzungen geraten damals jährlich mehr als 50 Schiffe allein vor den Inseln der deutschen Nordsee in Seenot. Mangelnde Organisation und Ausrüstung und das noch ausgeübte Strandrecht verhindern zu jener Zeit in fast allen Fällen
Rettungsmaßnahmen für Schiffbrüchige.
1860 November: Von derartigen Schiffskatastrophen bewegt, fordern der Navigationslehrer Adolph Bermpohl und der Advokat Carl Kuhlmay in einem Appell an die Bevölkerung erstmals die Gründung eines Seenotrettungswerkes in Deutschland. Sie finden Mitstreiter in dem Bremer Redakteur Dr. Arwed Emminghaus und dem Emder Obersollinspektor Georg Breusing.
2. März 1861 In Emden wird der erste deutsche Verein zur Rettung Schiffbrüchiger mit Rettungsstationen auf Langeoog und Juist gegründet. Noch im selben Jahr folgen Vereine in Hamburg und Bremerhaven.
29. Mai 1865 Gründung der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger in Kiel. Damit sind die Verfechter und Wegbereiter eines einheitlichen, unabhängigen deutschen Seenotrettungswerks am Ziel. Sitz der Gesellschaft wird Bremen, ihr erster Vorsitzer der Bremer Kaufmann und Gründer des Norddeutschen Lloyd, Konsul Hermann Henrich Meier. Die Rettungsstationen sind mit einfachen Raketenapparaten, Hosenbojen und offenen Ruderbooten ausgestattet.
Ab 1911 Erste Versuche mit Benzinmotorbooten verlaufen nicht sehr erfolgreich. Mit der Entwicklung robuster, raumsparender Dieselaggregate nach dem Ersten Weltkrieg erfolgt die Umstellung auf gedeckte Motorboote.
Zweiter Weltkrieg Die DGzRS-Rettungsflotte wird – gekennzeichnet mit dem roten Kreuz – unter den Schutz der Genfer Konvention gestellt und ist für »Freund und Feind« verstärkt im Einsatz.
Nach 1945 Mit der Teilung Deutschlands setzt die DGzRS den Seenotrettungsdienst in der Deutschen Bucht und in der Westlichen Ostsee fort. Der Seenotrettungsdienst der DDR wird dagegen staatlich organisiert.
12. Februar 1957 In Anwesenheit des Schirmherrn der Gesellschaft, Bundespräsident Theodor Heuss, wird ein Seenotkreuzer auf dessen Namen getauft. Mit der Indienststellung der THEODOR HEUSS beginnt eine neue, wegweisende Ära im Bau moderner, vielseitig einsetzbarer Rettungsboote.
3. Oktober 1990 Beitritt der DDR zur Bundesrepublik Deutschland. Die DGzRS übernimmt wieder die Arbeit auf zunächst elf Stationen entlang der Küste Mecklenburg-Vorpommerns.
Heute sind 61 Rettungseinheiten im Einsatz. Die Rettungsflotte
zählt zu den modernsten und leistungsfähigsten in der ganzen Welt, koordiniert von der eigenen SEENOTLEITUNG (MRCC) BREMEN
. Trotz aller Technik: Im Mittelpunkt steht nach wie vor der Mensch. Wichtigste Voraussetzung bleibt die ständige Bereitschaft erfahrener Rettungsmänner zum selbstlosen, aufopferungsvollen Einsatz.