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Seenotkreuzer der 44-Meter-Klasse
Eintrag für den 2. Oktober 1997:
„22.15 Uhr, Segelyacht ‚Anita’ mit Hilfe des Tochterbootes in den Helgoländer Schutzhafen bugsiert und festgemacht.“ Ein fast zehnstündiger Einsatz kann glücklich beendet werden. Glücklich vor allem für die Geretteten – zehn Männer und Frauen, die sich auf dem Traditionssegler „Anita“ 53 Seemeilen (=98,15 Kilometer) nördlich von Helgoland in Seenot befanden. Später berichtet Skipper Manfred Ernst, der verantwortliche Schiffsführer, was sich am letzten Tag einer langen Reise ereignet hat.
„…ich lag gerade in der Koje. Die ‚Anita’ legte sich mehr als 90° über, es gab einen ohrenbetäubenden Schlag. Alles, was nicht niet- und nagelfest war, einschließlich der Crew, flog durch das Schiff. Nach kurzer Zeit richtete sie (die ‚Anita’) sich wieder auf. Ich sah das Wasser sehr schnell in der Bilge steigen und vermutete einen Plankenbruch. Sofort riss ich den Hörer des UKW-Gerätes von der Halterung und gab ein ‚Mayday’ ab.“
Zwischenzeitlich gelingt es, durch Einsatz der Bordeigenen Pumpen das Wasser aus dem Schiff zu befördern. Der Notfall kann aufgehoben werden, es bleibt allerdings die Dringlichkeitsstufe bestehen. Auf dem Weg zu dem schwer angeschlagenen 18-Meter-Schiff befinden sich der SAR-Hubschrauber der Marine und der Seenotkreuzer WILHELM KAISEN.
„Unser Arzt kümmerte sich um die Verletzten. Es gab Rippenbrüche, eine aufgeplatzte Kopfhaut, Blutverluste, eine kräftige Wirbelsäulenprellung. Die im Moment gefährlichsten Schäden waren der losgerissene Lukendeckel auf dem Achterdeck und das eingedrückte Skylight der Eignerkammer, da hier jederzeit wieder größere Mengen Wasser eindringen konnten.“
Unter diesen Umständen gelingt es den unverletzten Besatzungsmitgliedern, mit ihrem gesamten seemännischen Können die Situation in den Griff zu bekommen.
„Nach Diskussion zwischen unserem Bordarzt und der Hubschrauberbesatzung wurde ein Abbergen der Verletzten als zu gefährlich verworfen. (…) In Begleitung der WILHELM KAISEN liefen wir die letzten 30 Seemeilen nach Helgoland, wo wir im Schutz der Düne eine Schleppleine vom Tochterboot übernahmen, das uns in den Hafen schleppte. Die Assistenz und Begleitung, zu Anfang durch den SAR-Hubschrauber und später durch den Seenotkreuzer WILHELM KAISEN, waren sowohl für die Crew als auch für mich beruhigende Faktoren. Wir waren so sicher, dass bei einem erneuten Wassereinbruch sofort Hilfe zur Stelle gewesen wäre.“
Am nächsten Tag erreicht die SEENOTLEITUNG BREMEN ein Telefax vom Segelclub Rheingau, dem der Skipper und die Crew angehören: „Vorstand und Mitglieder bedanken sich ganz herzlich für den Einsatz der Seenotretter. „Kurz darauf trifft bei der DGzRS ein Scheck mit einem Dankschreiben ein: „…in Anerkennung der geleisteten Hilfe…“
27.05.2008
Einsatz für herzkranken Segler
10.05.2008
Schwer erkrankter Kapitän geborgen
10.05.2008 | 21:08
Seenotretter bringen führerlosen Angelkutter zurück in den Hafen
Einen ungewöhnlichen, mit großem Aufwand verbundenen Einsatz absolvierte die Besatzung des in Saßnitz auf Rügen stationierten Seenotkreuzers WILHELM KAISEN der DGzRS am Samstagnachmittag, dem 10. Mai 2008.
Sie bargen den schwer erkrankten Kapitän des Angelkutters "Baltic I" und versorgten ihn mit Unterstützung eines per Helikopter eingeflogenen Notarztes im Bordhospital. Der in einem kritischen Zustand befindliche Patient wurde im Hafen von Saßnitz zur weiteren Versorgung im Krankenhaus Bergen an den Rettungshubschrauber „Christoph 26“ übergeben.
Der 23 Meter lange Angelkutter „Baltic I“ (Heimathafen Eckernförde), auf Fangreise mit 14 Sportfischern an Bord nahe dem Seegebiet Adlergrund (rund 20 Seemeilen nordöstlich von Saßnitz ), meldete um 13 Uhr an BREMEN RESCUE RADIO, der Seenotfunkstelle der DGzRS, dass der Kapitän schwer erkrankt sei und dringend medizinische Hilfe benötige. Die Lage sei sehr ernst. Zudem befand sich niemand auf dem Fischereifahrzeug, der die Führung des Schiffes übernehmen konnte.
Sofort lief die WILHELM KAISEN aus ihrem Heimathafen Saßnitz zum Einsatzort. Ein Rettungsassistent des bereits vor Ort befindlichen Mehrzweckschiffs „Arkona“ vom Wasser- und Schifffahrtsamt Stralsund leistete derweil erste Hilfe.
Während der Anfahrt landete der Rettungshubschrauber „Christoph 47“ der Luftrettung Greifswald auf dem Helikopter-Arbeitsdeck des Seenotkreuzers und übergab ein Verletztenversorgungsteam an die WILHELM KAISEN.
Um 14.15 Uhr trafen die Seenotretter bei der „Baltic I“ ein und übernahmen mit Hilfe des Tochterbootes HELENE den erkrankten Kapitän zur weiteren Behandlung durch einen Notarzt im Bordhospital.
Nachdem der Zustand des Patienten stabilisiert werden konnte, wurde er zur weiteren Behandlung in das Krankenhaus Bergen auf Rügen geflogen.
Durch den Ausfall ihres Kapitäns war die "Baltic I" mit den 14 Sportfischern ohne Schiffsführung. In dieser Situation stiegen zwei Besatzungsmitglieder der WILHELM KAISEN auf den Angelkutter über und überführten diesen mit seinen 14 Passagieren sicher zurück nach Saßnitz.
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Seenotfall der Segelyacht „Anita” als download
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