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Schlechtes Wetter auf Helgoland. Anspannung auf der HERMANN MARWEDE. |
Bei einem der schwersten Schiffsunglücke der vergangenen Jahre in der Nordsee ist in der Nacht zum Donnerstag, dem 9. November 2006, der Fischkutter „Hohe Weg“ mit vier Mann Besatzung ca. 16 Seemeilen (ca. 30 Kilometer) südlich von Helgoland in der Nähe der Untiefe „Nordergründe Nord“ gesunken.
Die vier aus Niedersachsen und von der Insel Rügen (Mecklenburg-Vorpommern) stammenden Männer waren mit ihrem 26 Meter langen, hochseetüchtigen Kutter vom Hafen Brake an der Unterweser auf dem Weg zur Ostsee, um dort auf Fangreise zu gehen.
Zur Unfallzeit herrschten im Suchgebiet stürmische Westwinde mit acht Beaufort (über 70 km/h) und starker Seegang. Die Wassertemperatur: 10 Grad.
Im Herbst schiebt sich ein Tiefdruckgebiet nach dem anderen über die Deutsche Bucht. Stürme in Orkanstärke - die Seenotretter sind laufend gefordert.
• Am 27. Oktober stürzt ein russischer Seemann in der Deutschen Bucht von Bord eines Containerfrachters. Ein Großaufgebot von Seenotkreuzern, Behördenschiffen, Hubschraubern und Suchflugzeugen kommt zum Einsatz. Der Schiffbrüchige wird nach eineinhalb Stunden von der Besatzung des Seenotkreuzers BERNHARD GRUBEN gerettet. (Sh. S. XY) Zur Unfallzeit werden westliche Stürme um neun Beaufort gemessen: (Windgeschwindigkeiten bis 88 km/h, mit Böen bis elf Beaufort (Orkan mit 117 km/h)
• Am 1. November 2006 treibt der Frachter „Cementina“ manövrierunfähig im Seegebiet zwischen Terschelling und Borkum. Holländische Retter kentern mehrfach mit ihrem Seenotrettungsboot. Lange Zeit gibt es keinen Funkkontakt zu ihnen. Sie haben Glück und können sich aus eigener Kraft helfen. Seenotkreuzer und Hubschrauber aus den Niederlanden und Deutschland, Behördenschiffe und Fischkutter sind im Einsatz. Die Frachterbesatzung wird von SAR-Hubschraubern gerettet. Das Schiff muss aufgegeben werden und strandet. Das Wetter: nordwestliche bis nördliche Stürme bis 10 Beaufort (über 100 km/h Windgeschwindigkeit), Orkanböen, Seegang um acht Meter. Einzelne Wellen um 17 Meter(!) werden gemessen.
• Am 4. November 2006 kommt es zu einem beispielhaften Einsatz im Rahmen internationaler Zusammenarbeit, als in der Ostsee ein dänischer Seenotkreuzer wegen eines bei der Herstellung einer Schleppverbindung schwer verletzten Besatzungsmitglieds den Einsatz abbrechen muss. Der DGzRS- Seenotkreuzer ARKONA/Station Warnemünde übernimmt den havarierten Fischkutter und schleppt ihn nach Gedser (Dänemark) ein. Die dänischen Kollegen transportieren währenddessen ihren Mann in ärztliche Behandlung.
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Beruf oder Berufung?
Seenotretter haben einen langen Ausbildungsweg und entsprechende Berufserfahrung.
Viele Einsätze sind für sie Routine - ohne große Schwierigkeiten zu bewältigen. Aber dann gibt es auch andere Einsätze - Einsätze, die einer Besatzung alles abverlangen.
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